Anmeldung und weitere Infos...

Im Sommer 2015 wird das traditionsreiche Schiffsarchäologische Seminar der Gesellschaft für Schiffsarchäologie e.V. (im Landesverband für Unterwasserarchäologie M-V) erneut durchgeführt. Ziel dieser Ausbildungsreihe ist die Vermittlung von Grundlagenwissen auf dem Gebiet der Schiffsarchäologie in Theorie und Praxis. Das Seminar richtet sich an archäologisch interessierte Taucher, die Schiffswracks nicht nur als faszinierende Tauchziele, sondern auch als besonders aussagefähige Geschichtsquellen kennenlernen wollen. Zusätzlich dient die Ausbildung als Qualifizierungskurs und anerkannte Weiterbildung für den Status des Ehrenamtlichen Bodendenkmalpflegers unter Wasser in Mecklenburg-Vorpommern. Die Vorkenntnisse aus anderen Spezialkursen wie z.B. dem „Denkmalgerechten Tauchen“ des VDST können hier vertieft werden.

 

    Foto Henrik Pohl-TeilnehmerAblaufplan

Montag, 24.08.2015 bis Samstag, 29.08.2015

Die Ausbildung vermittelt an sechs aufeinanderfolgenden Tagen Grundwissen auf den Gebieten der Schiffsarchäologie (inkl. „Hafenanlagen“), des Denkmalrechtes sowie den verschiedenen Prospektions- und Dokumentationstechniken in Theorie und Praxis. Nach der Einführungsveranstaltung am Montag, den 24.08.15 ab 09.00 Uhr wird der weitere Ablauf je nach Wetterlage entschieden. So erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, die Tauchgänge bei ruhigem Wetter durchzuführen.

Theoretischer Teil „Schiffsarchäologie im Ostseeraum“

Die Ostsee gilt zu Recht als das wrackreichste Binnenmeer der Welt. Jene Schiffe, die über Jahrhunderte Opfer von Sturm, gefährlichen Untiefen oder Seegefechten wurden, bilden einen bedeutenden Untersuchungsgegenstand der Unterwasserarchäologie. Anhand der Betrachtung bedeutender Schiffswracks von den Anfängen bis zur Neuzeit soll ein Überblick über deren Geschichte und aktuelle Forschungen erlangt werden. Im zweiten Teil des Seminars werden wichtige Untersuchungsmethoden der Unterwasserarchäologie vorgestellt. Die Palette reicht dabei von einfachen Such- und Dokumentationsmethoden für Sporttaucher bis zu neuen, hochtechnischen Lösungen der Aufgabe - Vermessen unter Wasser.

Dozent: Henrik Pohl M.A.

 

Zur Einführung empfohlen:

  • L. Casson, Ships and Seafearing in ancient times (1994).

  • J. Green, Maritime Archaeology - A Technical Handbook (1990).

  • F. Lüth/T. Maarleveld/F. Rieck (Hrsg.), Tauchgang in die Vergangenheit. Unterwasserarchäologie in Nord- und Ostsee (2004).

  • S. McGrail, Ancient Boats in N.W. Europe (1987).

  • M.-J. Springmann, Fundort Ostsee (2000).

  • J.R. Steffy: Wooden Ship Building and the Interpretation of Shipwrecks (1994).

  • NAU – Nachrichtenblatt Arbeitskreis Unterwasserarchäologie

  • Skyllis – Zeitschrift für Unterwasserarchäologie

 

Praktischer Teil

In Verantwortung der Gesellschaft für Schiffsarchäologie e.V. werden Grundlagen der Prospektion von Schiffswracks vermittelt. Nach Messübungen am Strand stehen mehrere Bootsausfahrten und Strandtauchgänge auf dem Programm. Dabei werden die Methoden an einem Schiffswrack und einer historischen Hafenanlage in der Warnemünder Bucht erlernt. Leiter: H. Pohl, M. Siegel

Zur Einführung empfohlen:

  • Eisenmann, Knepel, Maack, Mainberger (Hrsg.), Denkmalgerechtes Tauchen – Unterwasserarchäologie – Wracktauchen (2007).
  • M. Dean (Hrsg.), Archaeology Underwater, The NAS Guide to Principles and Practice (1998).

Hinweise für Interessenten/Teilnehmer

Informationen zu den vergangenen Schiffsarchäologischen Seminaren findet Ihr unter: www.uwa-pro.de (Projekte)und www.gfs-rostock.de

Kosten

Das Seminar ist auf 12 Teilnehmer begrenzt. Von diesen wird eine gestaffelte Teilnahmegebühr in Höhe von 200 / 300 € (Studenten und LV-Mitglieder / Vollbeitrag) erhoben. Eine Unkostengebühr von 40 € entfällt auf die Teilnahme als Gasthörer am theoretischen Teil.

Wir bitten darum, die Kursgebühr rechtzeitig auf folgendes Konto zu überweisen: Gesellschaft f. Schiffsarchäologie e.V., Ostseesparkasse, BLZ: 13050000, Kt.-Nr. 440005400, IBAN: DE35 1305 0000 0440 0054 00, BIC-/SWIFT-CODE: NOLADE21ROS, Verwendungszweck „16.SAS Nachname“. Anmeldungen gelten als verbindlich. Wer bis zum 15. Juli 2015 noch nicht bezahlt hat, verliert seinen Anspruch auf einen Platz und hat 80% des Seminarpreises zu zahlen!

Leistungen der Gesellschaft für Schiffsarchäologie

20 Stunden Theorie, 20 Stunden Praxis mit Bootsausfahrten bzw. Strandtauchgängen, Füllung der DLF vor Ort, VDST-Brevet, Zertifikat der Gesellschaft für Schiffsarchäologie e.V.. Zeichen- und Messmaterialien werden zur Verfügung gestellt. Es erfolgt eine umfassende Anleitung – sowohl über, als auch unter Wasser. Zusätzlich wird eine Führung durch das Schifffahrtsmuseum Rostock und der Besuch einer Bootswerft für traditionellen Schiffbau angeboten.

Brevetierung

Das Seminar wird nach absolvierter Theorieprüfung und Vorlage der Ergebnisse aus der tauchpraktischen Gruppenarbeit vom Veranstalter zertifiziert. Zusätzlich wird jedem erfolgreichen Kursteilnehmer das VDST-Brevet Spezialkurs „Unterwasserarchäologie I“ ausgestellt. Nach Erfüllung bestimmter Voraussetzungen kann auch der SK „Unterwasserarchäologie II“ brevetiert werden.

Veranstaltungsort

Jugendschiff „Likedeeler“ Fähranleger Schmarl, 18106 Rostock.Haus Störtebeker, rotes Haus neben der „Likedeeler“. Tel.: 0381-127210, Homepage: http://www.schiff-likedeeler.de/

E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Voraussetzungen

Der theoretische Teil dieser Blockveranstaltung ist offen für jeden Interessierten.

Für die Teilnahme an den praktischen Übungen unter Wasser ist ein Tauchschein Bedingung (mind. Bronze, T*, OWD,gültige Tauchtauglichkeitsbescheinigung). Außerdem ist eine Tauchpraxis von mindestens 40 bereits absolvierten Tauchgängen auf Grund der anspruchsvollen unterwasserarchäologischen Arbeit nötig.

Tauchtechnik

Für den reibungslosen Ablauf der Praxis sind ZWEI Druckluftflaschen pro Taucher notwendig. Soweit keine persönliche Ausrüstung vorhanden ist, kann sie über den Tauchshop Rostock www.tauchshop-rostock.de oder die Dive Connection Rostock www.tauchen-in-rostock.de ausgeliehen werden.

Unterkunft

Sollten auswärtige Teilnehmer eine Unterkunft benötigen, können folgende Herbergen empfohlen werden. Allerdings ist eine rasche Buchung Ihrerseits ratsam, da die Sommermonate erfahrungsgemäß schnell ausgebucht sind. Diese Unterkünfte werden besonders empfohlen, da die Seminarräume in unmittelbarer Nähe liegen.

    • Jugendschiff „Likedeeler“, Wohnen wie die Seeleute in den 60-er Jahren, Unterbringung in 2-er Kammern; Preis: 30,- € pro P.. Buchung: 0381-127210,

      E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! Homepage:www.schiff-likedeeler.de

Deutlich weiter entfernt und daher etwas umständlich für den Tagesablauf:

Anmeldung: (bis spätestens 01.07.2015)

Ein Anmeldeformular (incl. Haftungserklärung) ist auf der Homepage der Gesellschaft für Schiffsarchäologie www.gfs-rostock.de/downloads sowie auf www.uwa-pro.de (News) zu finden.

Die Anmeldung erfolgt an Martin Siegel unter folgender Adresse:

Gesellschaft für Schiffsarchäologie e.V.

Haus Störtebeker

Schmarl Dorf 15f

18106 Rostock

mail : Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

web : www.gfs-rostock.de

Schüler, Studenten und an Archäologie und maritimer Geschichte Interessierte können bei der Gesellschaft für Schiffsarchäologie e.V. Praktikas absolvieren.

Bewerbungen bitte an: Martin Siegel, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Schülerpraktikas (ab April 2015) - Schüler erhalten die Möglichkeit, die Vereinsarbeiten nach ihren individuellen Möglichkeiten zu unterstützen, Einblicke in folgende Arbeitsbereiche zu erhalten und sich Grundsätze der maritimen Forschung anzueignen. Interessen und Motivationen können gern im gemeinsamen Gespräch (Schüler, Eltern, gfls. Lehrer) erörtert werden.

- Einführung in die Ansätze, Tätigkeitsbereiche und Arbeiten der Unterwasserarchäologie (UWA)

- Aufbereitung Dokumentation (Protokolle, Zeichnungen, Foto & Video, sonst. Messergebnisse)

- Begehung Fundplätze in mariner Umgebung, evtl. Teilnahme Tauchuntersuchungen (Tauchschein 2*, AOWD)

- Dokumentationen mittels Foto & Video der Arbeiten über Wasser, Begleitung auf Arbeitsbooten

- Recherchen im Internet, Archiven, Museen in Rostock & Umgebung

- Betreuung Technik, Erstellen individueller Lösungen für Arbeitsanforderungen der UWA

 

Studentenpraktikas (ab sofort) - Studenten der Studiengänge Alte Geschichte, Altertumswissenschaften, Geschichte, Klassische Archäologie, Ur- und Frühgeschichte, Schiffstechnik und anderen erhalten die Möglichkeit, die Vereinsarbeiten gemäß ihren Vorkenntnissen aus dem Studium zu unterstützen, detailliertere Einblicke in folgende Arbeitsbereiche zu erhalten und sich Grundsätze der unterwasserarchäologischen Forschung anzueignen.

- Einführung in die Ansätze, Tätigkeitsbereiche und Arbeiten der Unterwasserarchäologie

- Aufbereitung von Protokollen, Zeichnungen, Foto & Video, sonst. Messergebnissen

- Dokumentationsaufbereitung für LAKD nach den Dokumentationsrichtlinien des Landesverbandes für Unterwasserarchäologie MV e.V. (siehe Downloads/Fundmeldungen und Fundrichtlinien)

- Fundauswertung: Auswertung von Einzel- und Streufunden wie Keramik, Knochen, steinzeitl. Siedlungsreste; Dokumentation und Archivierung für Übergabe an Landesamt für Kultur und Denkmalpflege (LAKD)

- gezielte und komplexere Archivrecherchen zu bekannten und unbekannten Fundplätzen (Kenntnisse der Kurrent- und Sütterlinschrift von Vorteil)

- Öffentlichkeitsarbeit zu Erkenntnissen der Unterwasserarchäologie MV, Veranstaltungsankündigungen, Kampagnen

 

sonst. Praktikas und Unterstützung durch ehrenamtliche Helfer - Die Mitglieder des Vereins führen Ihre Arbeit in wesentlichen Teilen ehrenamtlich aus. Wir freuen uns über Unterstützung von Euch/Ihnen. Je nach Euren/Ihren Interessenlagen und Kenntnissen können wir gemeinsam aus oben genannten Schwerpunkten ein interessantes und produktives Praktikum entwickeln.

Im August 2014 wurden am Wrack des über 100 Jahre alten Schlepper vor Warnemünde Ankersteine gesetzt. Mit Unterstützung des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege konnte so ein erster Schritt im Sinne des Konzeptes Denkmalgerecht Ankern - Kulturerbe schützen umgesetzt werden.

Hintergrund

In der Vergangenheit haben wir häufig die Plünderungen und Schäden durch unachtsames Tauchen an den sensiblen Fundstellen thematisiert. Ebenso weisen wir stetig auf natürliche Zerfallsprozesse hin, die das einzigartige Archiv auf dem Meeresgrund bedrohen und nachhaltig zerstören, bevor die Erkenntnisse für die Forschung von heute und morgen gesichert sind.

Eine sehr konkrete Bedrohung stellen nach unseren Beobachtungen die Ankermanöver der Tauchboote und -schiffe dar. Diese werden in unterschiedlicher Weise ausgeführt. Binden Taucher der Ersten ihre Ankerleine ans Wrack, werfen Andere Ihre Anker direkt auf die gespeicherte GPS-Position, treffen und zerstören damit oft die Denkmalstrukturen. Wind und Strömung können bei entsprechendem Ankergrund eine Drift begünstigen und trotz vorherigem ausreichenden Abstand zum Fundplatz die Anker im Denkmal verhaken. Manche gehen sogar soweit, mittels gezogenem Anker Strukturen/Wracks auf dem Meeresgrund zu suchen. Erfreulicher Weise stellen sich Vertreter dieses stetig wachsenden Tourismusbereiches in Mecklenburg-Vorpommern vermehrt ihrer Verantwortung und beklagen mangelnde Alternativen.

 

Ankersteine zum Schutz der Denkmale

Die Gesellschaft für Schiffsarchäologie e.V. hat in Zusammenarbeit mit dem Landesverband für Unterwasserarchäologie MV e.V. und nach Gesprächen mit Tauchbasisbetreibern, Skippern und den Denkmalbehörden das Konzept der Ankersteinkampagne entwickelt. Ziel ist es, unterstützt durch Spenden, bekannte und besonders frequentierte Schiffswracks mit Ankersteinen zu versehen. Die extra entwickelten und produzierten Saugglocken (600 kg) werden nach jeweiligen Genehmigungen des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege und Wasser- und Schifffahrtsamtes Stralsund in sicherem Abstand zum Denkmal gesetzt. Mittels einer gezielten öffentlichkeitswirksamen Kampagne soll somit für den Erhalt der attraktiven Tauchziele geworben werden.

Schlepper     Stein-Schwebe     Stein-Taucher     Stein-Boden